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Wertstabiler als eine Aktie, mobiler als ein Haus – Sammlerautomobile rücken in Zeiten der gesuchten sicheren Investments wieder stärker in den Blickpunkt von Anlegern. Der Erwerb eines historischen Fahrzeugs kann geradezu eine vernünftige Entscheidung sein, denn der kulturelle Wert von Oldtimern ist unbestritten und macht, zusammen mit dem ästhetischen Genuss und dem Fahrspaß, einen großen Teil der Anziehungskraft und damit des Wertzuwachses aus.
Die wertbildenden Eigenschaften für historische Automobile entsprechen prinzipiell denen von Kunstwerken: Bedeutung des Herstellers, Bedeutung des Gestalters, Seltenheit, Bedeutung für die Entwicklungsgeschichte, Zustand und nicht zuletzt Provenienz. Es ist einleuchtend, dass Produkte einer kleinen Sportwagenmanufaktur interessanter und gefragter sind als das Erzeugnis eines Massenherstellers. Automobile, die zu Bauzeiten aufgrund ihres Designs, ihrer Technik und ihrer sportlichen Leistungen gerühmt waren, sind gute Kandidaten für einen künftigen Wertzuwachs – man denkt hier an Ferrari, Maserati und Lamborghini, Aston Martin, Jaguar, Bentley und Rolls Royce, Porsche und Bugatti, in Einzelmodellen auch an BMW und Mercedes. Hinzu kommen zahlreiche Marken, deren sportliche oder luxuriöse Vergangenheit heute eher in den Hintergrund getreten ist – Lancia etwa, oder Alfa Romeo, Renault und Cadillac. Nicht zu vergessen die Automobile, deren Hersteller nicht mehr existieren, zum Beispiel Alvis, Austin, Duesenberg, MG, Talbot, Triumph, Riley und Rover oder Wolseley. Auch die gestalterische Qualität des Entwurfs ist ein wichtiges Element. Hierbei fließen nicht nur technische und Designaspekte in die Bewertung ein, sondern auch das Renommée des Gestalters, sofern es sich nicht um einen namenlosen Werksentwurf handelt. Ferry Porsche und sein zeitloser 911, Albrecht Graf Goertz und der BMW 507 oder die Ferraris der Designschmiede Pininfarina sind hier als Beispiele zu nennen. Häufig bietet der Entwurf eines Sport- oder Luxuswagens größeren finanziellen und damit auch gestalterischen Spielraum, so dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ein exklusiver Kleinserienhersteller einen bedeutenden Gestalter beschäftigt oder beauftragt hat. Diese Modelle werden und wurden dann in aller Regel auch nur in kleineren Stückzahlen hergestellt, was sich auf die Wertentwicklung positiv auswirkt. Wie bei einem Altmeistergemälde spielt aber auch der Zustand eine große Rolle. Das Fahrzeug sollte den größtmöglichen Anteil an Originalteilen vorweisen – je weniger ersetzt wurde, desto besser. Bei sehr raren Modellen sind matching numbers von großem Vorteil, d.h. das Übereinstimmen von Fahrgestell- und Motornummer zum Beweis, dass es sich beim Fahrzeug nicht um eine später zusammengefügte Mariage handelt. Beim äußeren Zustand gibt es eine gewisse Bandbreite von der vorsichtigen Konservierung, die eine Patina entstehen lässt und zunehmend gefragt ist, bis hin zur Totalrestaurierung mit einem Endprodukt im Zustand besser als neu. Da jede Restaurierung Fragen aufwirft, die am besten der Sammler beantworten sollte, ist von einer kurzfristigen Auffrischung zum Verkaufszwecke eher abzuraten. Eine historische Provenienz kann den Wert eines Wagens ebenfalls steigern. Hier kann man an einen berühmten Vorbesitzer denken, oder aber auch an die Teilnahme des Fahrzeugs an Rennen. Vor allem bei Rennsportfahrzeugen macht die Renngeschichte einen großen Wertunterschied – hat das Fahrzeug ein historisches Rennen gewonnen, kann der Wertunterschied zum provenienzlosen, aber ansonsten vergleichbaren Modell ein Viertel des Preises betragen. Zuletzt kommen aber noch autospezifische Benutzeraspekte hinzu. Begehrt sind Automobile, die Fahrfreude vermitteln können, und die man gerne benutzt – also das zweisitzige Coupé, der Roadster eher als die viertürige Limousine oder der Kombi. Im Unterschied zum Kunstwerk soll der Wagen ja nicht nur in der Garage präsentiert, sondern bei entsprechender Witterung und auf interessanten Strecken auch bewegt werden – teilweise im anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld. Es soll nicht verschwiegen werden, dass alle diese Kriterien nur eingeschränkt für die klassischen Einstiegsfahrzeuge gelten, sogenannte Youngtimer. Dies sind Autos, die jünger als 30 Jahre sind. Hier hat der Sammler häufig eine persönliche, ja nachgerade biographische Bindung, so dass derartige Motive alle anderen Aspekte überdecken. Kein Vorkriegssportwagen kann die Erinnerungen bieten, die die Fahrt in einem Modell des allerersten eigenen Autos zu erwecken vermag. Aber welche Fahrzeuge sind nun unter dem Gesichtspunkt des Wertzuwachses interessant? Hier fallen aktuell drei Kategorien auf: 1. Historische Rennfahrzeuge Von Booms unberührt, aber von stetem, stabilem Wertzuwachs sind historische Rennfahrzeuge – hier spielen Provenienz und Zustand naturgemäß eine besonders große Rolle. Ein historischer Monoposto ist extrem rar, allerdings auch nur von einer Person zu fahren und daher für ein sonntägliches Sommerpicknick nur eingeschränkt geeignet. 2. Britische Roadster Die Gruppe der ursprünglichen Roadster aus England sorgt beim aktuell günstigen Pfund-Wechselkurs für erschwingliche Offerten. Ein großes Angebot wie auch eine gute Ersatzteilversorgung machen diese Sparte zum klassischen Einsteigerbereich. 3. Deutsche Sportwagen der 1980er Jahre Hier ist vor allem der Porsche 911 zu nennen, der aus den Baujahren 1980-1989 auch heute noch ein zuverlässiger Begleiter für jeden Tag sein kann. Die Verzinkung der Karosserie schützt, ihr Design begeistert nach wie vor und gleicht die vergleichsweise große Stückzahl aus, in der diese Autos produziert wurden. Sehr rar hingegen der exotische BMW Z1. Dank verzinktem Chassis und Kunststoffkarosserie ist dieser zweisitzige Roadster ebenso dauerhaft, aber durch die Verwendung von Grosserienteilen aus der BMW 3er-Reihe signifikant günstiger im Unterhalt als Zeitgenossen wie der Porsche 944/968 oder der eher feminine Mercedes SL (R107). Kontaktdaten im pdf erhältlich... |
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| automobile , fahrzeug , kunst , oltimer , sammler |
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